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Glücksspiele legal vs. illegal

Glücksspiel:
  • Der Ausgang des Spiels hängt ganz oder überwiegend vom Zufall ab.
  • Für die Beteiligung am Glückspiel wird ein Entgelt verlangt.
  • Beispiel: Roulette, Lotterien

Gewinnspiel:
  • Teilnahme an einer Gewinnverlosung ohne ein Entgelt zu zahlen
  • Beispiel: Tombola

Kompetenz- und Geschicklichkeitsspiel:
  • Der Ausgang des Spiels hängt vermehrt vom Können des Spielers ab.
  • Beispiel: Schach, Dart

Legales Glücksspiel


Illegales Glücksspiel

Legale Glücksspiele

Lotterien, Sportwetten und Rubbellose

Der deutsche Lotto- und Totoblock (in Berlin: Lotto Berlin) bietet bundesweit Lotterien und Sportwetten an. Mit einem Teil der Einnahmen unterstützt die Stiftung von Lotto Berlin verschiedene Berliner Projekte, die sich durch soziales, kulturelles, sportliches Engagement auszeichnen. Zu den Angeboten der Deutschen Klassenlotterie Berlin zählen: „6 aus 49“, „Glücksspirale“, „Keno“, „Rubbellose“ „Toto“ und „Oddset“.

Lottoschein.jpgLotto „6 aus 49“ ist das bekannteste Glücksspiel in Deutschland. Auf vorgedruckten Spielscheinen kreuzt der/die Spielteilnehmer/in 6 von 49 Zahlenkästchen an und gibt den ausgefüllten Spielschein an einer der zahlreichen Lotto-Annahmestellen ab. Die Ziehung erfolgt zweimal pro Woche (Mittwoch, Samstag). Auf dem Spielschein sind auch Zusatzlotterien möglich, wie z. B. die Endziffernlotterie „Glücksspirale“. Da zwischen Abgabe des Scheins, Ziehung und evtl. Gewinnauszahlung bis zu mehrere Tage liegen, besitzt dieses Spiel ein geringes Suchtpotenzial (geringe Ereignisfrequenz). Aber aufgrund der verlockenden Gewinne in Millionenhöhe und der Möglichkeit des Systemspielens (größere Anzahl von Spielen auf nur einem Schein) kann trotzdem eine Suchtgefährdung entstehen. 

Bei Keno kann der/die Spielteilnehmer/in von 70 verschiedenen Zahlen zwischen 2 und 10 möglichen Gewinnzahlen auswählen. Im Gegensatz zu „6 aus 49“ finden bei Keno tägliche Ziehungen statt. Weil die täglichen Ziehungen (hohe Ereignisfrequenz) das Suchtpotenzial von Keno erhöhen, benötigen Spieler/innen eine Spielerkarte, auf der aufgezeichnet wird wie viel und wie wenig sie spielen. Diese Karte ist als Schutz der Spielerin/des Spielers gedacht, um möglichst frühzeitig zu erkennen, ob das Spielverhalten problematisch wird.

Rubbellose sind Sofortlotterien. Nach dem Kauf von Rubbellosen können die beschichteten Spielfelder „aufgerubbelt“ werden. Die Entscheidung über Gewinn und Verlust kann somit sofort nach dem Kauf fallen. Das Risiko bei Rubbellosen wird als eher gering eingeschätzt. Problematisch ist aber dennoch, dass ein hoher Reiz aufgrund des geringen Kaufpreises und der hohen Ereignisfrequenz entstehen kann.

Mit Toto und Oddset bietet der Lotto- und Totoblock auch Sportwetten an. Spieler/innen können mit einem Mindesteinsatz von 2,50 EUR bis zu mehreren Hundert Euro tippen. Bei den Spielerinnen und Spielern kommt es oft zur Überschätzung der eigenen Fähigkeiten. Die Stärke einer Mannschaft und der einzelnen Spieler/in kann überschätzt und über den Spielverlauf keine sichere Aussage getroffen werden. Dadurch kann es zu hohen Verlusten kommen. Durch die Verbindung mit dem eigenen Interesse am Sport beinhalten Sportwetten ein Suchtpotenzial. Wie bei Keno ist auch eine Spielerkarte für Toto und Oddset notwendig.

Glücksspiele in Spielbanken

In Spielbanken wird das Geld in Spielgeld umgetauscht – Jetons. Jetons verschleiern und verharmlosen den realen Geldwert. Die Atmosphäre der Spielbanken ist zusätzlich von Luxus geprägt und steigert das Suchtpotenzial der in Spielbanken angebotenen Spiele. Im sogenannten „großen Spiel“ werden Roulette, Karten und Würfelspiele angeboten.

roulett.jpgBeim Roulette setzt der/die Spieler/in auf Zahlen oder Farben. Roulette ist aufgrund der schnellen Spielabfolge, der aktiven Miteinbeziehung der Spielerin und des Spielers, der hohen Gewinnmöglichkeiten ein Spiel mit hohem Suchtpotenzial.

Poker ist ein Kartenspiel mit Wettkampfcharakter, bei dem der/die Spieler/in nicht gegen die Bank, sondern gegen andere Teilnehmer/innen spielt. Das Ziel ist es, einen möglichst hohen Wert zu bekommen. Dies kann beim Poker aber auch durch „Bluffen“ erreicht werden. Die Spieler/innen können dadurch und mit genauer Beobachtung einen kleinen Vorteil gegenüber anderen erzielen. Leider führt das dazu, dass die eigenen Spielfertigkeiten Spielkarten.jpgund Gewinnchancen oft überschätzt werden und die Überzeugung entsteht, dass der Gewinn des Kartenspiels vollständig von den eigenen Fähigkeiten und der eigenen Strategie abhängt. Da dies nicht stimmt, kann es zu hohen finanziellen Verlusten kommen.

Black Jack ist ein Kartenspiel und gehört nach Roulette zum zweithäufigsten Angebot der Spielbanken. Beim Black Jack ist das Ziel, den Gesamtwert von 21 nicht zu überschreiten und diesem Wert möglichst nahe zu kommen. Das Suchtpotenzial ist bei beiden Kartenspielen als hoch einzuschätzen. Zusätzlich bieten Spielbanken das „kleine Spiel“ an. Hinter dieser verharmlosenden Formulierung verbergen sich Glücksspielautomaten. Am bekanntesten sind sie unter dem Namen „Einarmiger Bandit“ oder auch „Slot-machines“, bei denen der/die Spieler/in versucht, gleiche Motive auf drei Walzen zu stoppen. Die Ereignisfrequenz liegt bei nur 3 Sekunden pro Spiel. Automatenspiele besitzen unter den legalen Glücksspielen das höchste Suchtpotenzial.

Geldspielautomaten, Unterhaltungsautomaten mit Gewinnmöglichkeit

Geldspielautomaten zählen zu den „Unterhaltungsgeräten mit Gewinnmöglichkeiten“ und stehen vor allem in Gaststätten, Spielhallen und Imbissbuden. Sie dürfen nicht mit Glücksspielautomaten verwechselt werden, wie sie nur in Spielbanken stehen dürfen. Bei Geldspielautomaten liegt die Ereignisfrequenz bei 5 Sekunden pro Spiel. Zusätzlich sind Einsätze und Spielzeiten an einem Geldspielautomaten beschränkt. Viele Spieler/innen umgehen diese Auflagen allerdings, indem sie an mehreren Geräten gleichzeitig spielen.
Automatenspiele besitzen das höchste Suchtpotenzial (siehe auch Glücksspielautomaten). Unter dem pathologischen Spielerinnen und Spielern ist das Spielen an Geldspielautomaten weit verbreitet. 
Die hohe Spielgeschwindigkeit und die leichte Erregbarkeit, die das Automatenspiel hervorruft, sind dafür verantwortlich, dass viele Spieler/innen sich auf das Gerät fixieren, Verlusten „nachjagen“ und in einen rauschähnlichen Zustand geraten. Was viele nicht wissen, ist, dass es keine Strategie gibt, um Automaten zu „knacken“. Geldspielautomaten sind so programmiert, dass die Ausschüttungsquote aller Geldeinsätze ca. 60 % sind und 40% einbehalten werden.
Licht- und Toneffekte und Beinahe-Gewinne sowie die Ausschüttung eines Teils des eingeworfenen Geldes verstärken das Gefährdungspotenzial der Automatenspiele.

Sonstige: Quizfernsehen, Gewinn-Hotlines, Pferdewetten

Im Quizfernsehen bzw. Gewinn-Hotlines werden Gewinnspiele angeboten. Bei einigen Quizsendungen wird der Eindruck vermittelt, dass die Antwort auf die Quizfrage sehr leicht zu erraten ist. Dadurch gibt es sehr viele Anrufer/innen. Da man aber für die Teilnahme ein Entgelt in Form einer hohen Telefongebühr bezahlt, liegt kein Gewinnspiel, sondern ein Glücksspiel vor. Es besteht eine Suchtgefahr.

Pferdewetten werden von Rennbahnen vor Ort angeboten und sind eine wichtige Einnahmequelle für die Veranstalter, um Kosten für Unterhaltung der Anlage und Organisation des Rennsportes zu decken. Durch das „Live-Erlebnis“ des Pferderennens, die besondere Atmosphäre und die hohen Einsätze besteht eine Gefahr zur Sucht.


Illegale Glücksspiele

Wer Glücksspiele ohne staatliche Konzession anbietet und dafür wirbt, betreibt unerlaubtes Glücksspiel.
Zu den Formen des illegalen Glücksspiels gehören z. B. private Wettbüros ohne Konzession, öffentliche Pokerveranstaltungen, Wetten und Pokerrunden im Onlinebereich.

Öffentliche Glücksspiele im Internet

Seit dem 01.01.2009 ist die Veranstaltung und Vermittlung öffentlicher Glücksspiele im Internet verboten (mit Ausnahme der 20 konzessionierten Sportwettenanbieter und der Online Angebote der DKLB, laut Glücksspieländerungsstaatsvertrag §4 Nr. 5). Dies wird im Glücksspielstaatsvertrag (§4, Nr.4) geregelt, der am 01.01.2008 in Kraft getreten ist.

Die Gründe hierfür sind:

  • die Einhaltung des Jugend- und Spielerschutzes, gestaltet sich z. B. beim Online-Poker sehr schwierig.
  • Online-Glücksspiele zeichnen sich zusätzlich durch weitere suchtpotenzierende Merkmale aus:
    • bargeldloser Zahlungsverkehr
    • Anonymität
    • Realitätsflucht

Realitätsflucht und bargeldloser Zahlungsverkehr führen dazu, dass Spielerinnen und Spielern das Gefühl für bereits geleistete Einsätze und Verluste völlig abhanden kommen kann. Da Online-Angebote in Deutschland verboten sind, haben die Verantwortlichen ihren Sitz häufig im Ausland. Wer also tatsächlich einmal gewinnt, hat keinerlei Garantie, dass ihm dieser Gewinn auch ausgezahlt wird!

Wettbüros mit Sportwetten privater Anbieter

Private Anbieter dürfen in Deutschland keine (Sport-) Wetten anbieten. Eine Ausnahme bilden hier die 20 Sportwettenanbieter und Wettbüros mit einer Konzession (Glücksspieländerungsstaatsvertrag §4 Nr. 5).