Materialdatenbank Glücksspielsucht

Titel

Glücksspielsucht-Prävention bei den staatlichen Lotterien. Evaluation der Schulungen des Annahmestellenpersonals

Herausgeber_innen/ Autor_innen
Kalke, J. et al.
Jahr
2011
Bezug über
In: Suchttherapie Zeitschrift 2011, 12 (4), 178-185
Format
Fachartikel
Beschreibung

Nach dem Glücksspielstaatsvertrag sind die föderal organisierten Lotteriegesellschaften verpflichtet, das Personal der Annahmestellen zu schulen. Mit den Schulungen sollen die Mitarbeiter in die Lage versetzt werden, frühzeitig Kunden mit einem riskanten oder schon süchtigen Spielverhalten zu erkennen und in einem solchen Fall angemessen zu intervenieren.

Für die einzelnen Lotteriegesellschaften sind unterschiedliche Schulungskonzepte entwickelt worden: Sie reichen von einer rein wissensbezogenen Basisschulung über Multiplikatorenmodelle bis hin zu einer Intensivschulung.

Im vorliegenden Beitrag werden die Evaluationsergebnisse der Personalschulungen von 6 Lotteriegesellschaften in einer zusammenfassenden, sekundäranalytischen Auswertung präsentiert. Datengrundlage sind die Angaben von insgesamt 5191 Personen. 15% von ihnen hatten zum Zeitpunkt der Befragung (erstes Halbjahr 2008, 6?9 Monate nach den Schulungen) noch nicht an einer Personalschulung teilgenommen (N=781). Die Ergebnisse dieser Personen werden mit denen der Teilnehmer verglichen (N=4410).

Als zentrales Ergebnis der Evaluation kann festgehalten werden, dass das geschulte Personal beim Wissensstand bezüglich der Themenbereiche Recht, Glücksspielsucht und Hilfeangebote besser abschneidet als die nicht geschulten Personen. Das Gleiche gilt für die Wahrnehmung von und den Umgang mit Problemspielern. Diese offensichtlich durch die Schulungen hervorgerufenen Effekte sollten durch geeignete Maßnahmen ? wie beispielsweise Auffrischungsschulungen ? nachhaltig abgesichert werden.