Beratung und Hilfe

Hand in Hand

Wenn Glücksspiele zunehmend andere Lebensbereiche wie Familie und Beruf dominieren und aus dem Freizeitvergnügen ein Drang wird, kann sich daraus ein problematisches oder krankhaftes Spielverhalten entwickeln. Glücksspielsucht ist als Krankheit anerkannt. Das bedeutet, dass Betroffene und ihre Angehörigen einen Anspruch auf kostenlose Beratung und Hilfe haben.

Ver­ant­wor­tungs­volles Spielen

Kein Geld damit verdienen

Nutzen Sie Glücksspiele als eine Form der Unterhaltung und nicht, um Geld zu verdienen. Die Anbieter wollen mit Glücksspielen Geld verdienen. Deshalb zahlen sie weniger Geld an die Spielenden aus, als sie erhalten. Am Ende machen die Spielenden Verlust.

Vorab Betrag festlegen

Legen Sie vor dem Spielen einen Geldbetrag fest, den Sie sich erlauben, täglich / wöchentlich oder monatlich zu verspielen. Halten Sie sich an Ihr Limit – auch wenn Sie verlieren! So können Sie die finanzielle Seite Ihres Spielens unter Kontrolle behalten und verhindern, dass Sie schleichend immer mehr Geld investieren.

Vorab Zeit-Limit festlegen

Machen Sie regelmäßige Spiel-Pausen und bestimmen Sie vor dem Spielen, wie lange Sie spielen möchten. Überschreiten Sie Ihr zeitliches Limit nicht – auch wenn Sie verlieren! So können Sie kontrollieren, wie viel Zeit Sie für das Spielen verwenden.

Gewinn beiseitelegen

Teilen Sie sich Ihr Geld ein und spielen Sie nur mit Ihrem festgelegten Betrag. Lassen Sie sich Gewinne auszahlen und nutzen Sie diese nicht für weitere Einsätze. So behalten Sie leichter den Überblick.

Verluste nicht ausgleichen

Akzeptieren Sie, dass Sie verloren haben und versuchen Sie nicht, Ihr verlorenes Geld durch vermehrtes Spielen wieder auszugleichen. So vermeiden Sie das Risiko, die Kontrolle über Ihr Spielverhalten zu verlieren und noch höhere Verluste zu erleiden.

Schlechte Laune meiden

Seien Sie sich beim Spielen Ihrer eigenen Gefühle bewusst. Schlechte Stimmung kann sich negativ auf Ihr Spielverhalten auswirken, sodass Sie z.B. höhere Beträge setzen. Versuchen Sie nicht, sich mit Hilfe des Spielens von Problemen abzulenken.

Keine Drogen nehmen

Behalten Sie während des Spielens einen klaren Kopf. Das Spielen unter dem Einfluss von Alkohol, Drogen oder Medikamenten kann zu hohen Verlusten führen, weil Ihr Urteilsvermögen beeinträchtigt wird.

Andere Hobbys haben

Achten Sie darauf, dass Glücksspiele nicht zu Ihrer Hauptbeschäftigung werden. Gehen Sie auch anderen Freizeitaktivitäten nach, um dem Glücksspiel keinen zu großen Raum in Ihrem Leben zu geben.

Jugendschutz einhalten

Lassen Sie Minderjährige nicht an Glücksspielen teilnehmen und platzieren Sie auch keine Wetten oder Einsätze in ihrem Auftrag. Beziehen Sie Minderjährige nicht in Glücksspiele ein. Der Schutz von Kindern und Jugendlichen ist deshalb so wichtig, weil sie ihr eigenes Verhalten noch nicht umfassend einschätzen können.

Sich sperren lassen

Wenn Sie das Gefühl haben, die Kontrolle über Ihr Spielverhalten verloren zu haben, nehmen Sie sich eine Auszeit vom Glücksspiel. Dazu können Sie sich vom Anbieter sperren lassen.

Möglichkeiten einer Sperre

Allgemeine Informationen zur Spielersperre

Die Spielersperre ist ein zentrales Instrument zum Schutz der Spieler_innen und zur Bekämpfung der Glücksspielsucht. Sie ermöglicht den anbieter- und spielformübergreifenden Ausschluss vom Spielbetrieb. Ist eine Person gesperrt, wird die Teilnahme am Spiel verwehrt.

Folgende in Deutschland zugelassene Anbieter von Glücksspielen sind an die bundesweite Sperrdatei OASIS angeschlossen: 

  • Betreiber von Spielhallen (mit Geld- und Warenspielgeräten) und Spielbanken
  • Veranstalter (und Vermittler) von Sportwetten, Online-Casinospielen, Online-Poker und  virtuellen Automatenspielen
  • Anbieter von Lotterien, die häufiger als zweimal pro Woche veranstaltet werden
  • Anbieter von Pferdewetten im Internet, gewerbliche Spielvermittler und Buchmacher 
  • Aufsteller von Geld- oder Warenspielgeräten in Gaststätten.

Hier gibt es weitere Informationen zum Sperrsystem OASIS.

Selbstsperre
  • Wird vom Sperrwilligen selbst beantragt und dient dem eigenen Schutz.
  • Gilt für mindestens ein Jahr, es sei denn, der/ die Spieler_in beantragt einen kürzeren/längeren Zeitraum (Mindestzeitraum: 3 Monate).
  • Während der Sperrzeit ist der/die Spieler_in für nahezu alle in Deutschland zugelassenen Anbieter von Glücksspielen gesperrt.
  • Die Aufhebung der Selbstsperre kann erst nach Ablauf der Mindestsperrdauer erfolgen.

 

  • Hier findest du einen Antrag auf Selbstsperre, den du entweder direkt bei einem Anbieter oder Online beim Regierungspräsidium Darmstadt einreichen kannst.
  • Hier gibt es weitere Informationen zum Sperrsystem OASIS.
Fremdsperre
  • Kann von dritten Personen (z.B. Familienangehörige, Freunde, Kolleg_innen etc.) beantragt werden.
  • Es müssen gewisse Voraussetzungen (z.B. Spielsuchtgefährdung, Überschuldung, finanzielle Probleme infolge des Glücksspielens) vorliegen und nachgewiesen werden.
  • Vor Aufnahme in die Sperrdatei bekommt die betroffene Person die Möglichkeit einer Stellungnahme eingeräumt.
  • Gilt für mindestens 1 Jahr.
  • Während der Sperrzeit ist der/die Spieler_in für nahezu alle in Deutschland zugelassenen Anbieter von Glücksspielen gesperrt.

 

  • Hier findest du einen Antrag auf Fremdsperre, den du entweder direkt bei einem Anbieter oder Online beim Regierungspräsidium Darmstadt einreichen kannst.
  • Hier gibt es weitere Informationen zum Sperrsystem OASIS.
kurzzeitige Sperre bei Online-Glücksspielen
  • Nur bei Online-Glücksspielen möglich.
  • Gilt unmittelbar ab Betätigung des Knopfes auf der Website des Glücksspielanbieters für 24 Stunden.
  • Der/die Spieler_in ist während dieser Zeit auch für die Teilnahme an nahezu allen anderen in Deutschland lizenzierten Glücksspielen gesperrt.
  • Endet ohne Antrag nach Ablauf der Zeit automatisch.

 

  • Die Sperre kann direkt auf der Internetseite des Anbieters ausgelöst werden.
  • Sie tritt unmittelbar nach Betätigen einer entsprechend gekennzeichneten Schaltfläche ohne erneute Bestätigung in Kraft.
  • Es ist kein Antrag oder Formular notwendig.

Unser Messenger-Ratgeber

bei Glücksspielsorgen

für Betroffene und Angehörige 0152-56180285

Unsere Erstberatung

vor Ort

Hier findest du Information zu unserer Erstberatung bei problematischem Glücksspiel.

Erstberatungsgespräche sind vorerst nur nach vorheriger Terminabsprache möglich.

  • Montag & Mittwoch: 14:00-18:00
  • Dienstag & Freitag 09:00-13:00
  • Donnerstag: 12:00-16:00
  • Individuelle Termine können telefonisch, per Mail oder via Messenger vereinbart werden

Präventionsprojekt Glücksspiel | pad gGmbH
Charlottenburger Str. 2 13086 Berlin
Telefon: 030 – 84 52 21 12
Telefax: 030 – 84 52 21 17
Messenger: 0152 – 56 18 02 85
Email: praevention.gluecksspiel(at)pad-berlin.de

Sie erreichen das Präventionsprojekt Glücksspiel mit den Tram-Linien M13, M4 und 12 (Station: Antonplatz) sowie den Buslinien 158 und 255 (Station: Woelckpromenade).  

Datenbank der Charité

zu Anlaufstellen in Berlin

Die Datenbank der AG Spielsucht der Charité Berlin ermöglicht es Betroffenen und Angehörigen, sich über folgende Hilfsangebote in Berlin zu informieren:

  • Beratung
  • Schuldnerberatung
  • Ambulante Psychotherapie
  • Ambulante Rehabilitation
  • Vermittlung in stationäre Rehabilitationsbehandlung
  • Selbsthilfegruppen

Neben Glücksspielsüchtigen und ihren Angehörigen steht die Datenbank auch Menschen offen, die Probleme mit exzessiver Internetnutzung haben. Darüber hinaus können sich Fachkräfte für das Netzwerk der Datenbank registrieren lassen.

Sie erreichen die Datenbank in Kürze wieder unter: www.spielsucht-hilfe-berlin.de

Weitere Hilfeangebote

Übersicht als Download

Präventions- und Hilfeangebote zu Glücksspielsucht in einer Liste zum Herunterladen und Teilen

Ein Angebot des Präventionsprojekts Glücksspiel. 

  • Die Liste wird regelmäßig aktualisiert.
Online-Programme

Check-dein-Spiel:

Ein Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA).

Web: www.check-dein-spiel.de

  • Beratungsprogramm für Betroffene
  • Chat- und Emailberatung für Angehörige und Betroffene

 

Online-Selbsthilfe Glücksspiel:

Ein Angebot des Gesundheitsministeriums Brandenburg, der BLS und der salus kliniken.

Web: www.selbsthilfegluecksspiel.de

  • Selbsthilfeprogramm für Glücksspieler_innen, die ihr Glücksspielverhalten reduzieren oder ganz aufhören wollen
Online-Beratung

Onlineberatung Glücksspielsucht

Ein Angebot der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW.

Web: www.gluecksspielsucht-nrw.de/onlineberatung

  • Beratung für Betroffene und Angehörige in deutscher und türkischer Sprache
Hilfe-App

PlayOff App für Android und Apple

Ein Angebot der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern.

Web: www.verspiel-nicht-dein-leben.de/playoff

  • App-Programm für Glücksspieler_innen, die ihr Glücksspielverhalten reduzieren oder ganz aufhören wollen
Selbsthilfe

Sekis

Ein Angebot der Selbsthilfe Kontakt- und Informationsstelle Berlin

Web: www.sekis-berlin.de

  • Datenbank zur Recherche nach glücksspielbezogenen Selbsthilfegruppen in Berlin

 

In einer Spirale nach oben

Ein Angebot der Niedersächsischen Landesstelle für Suchtfragen

Web: www.nls-online.de

  • Arbeitshilfe zur Reduktion des eigenen Spielverhaltens

 

Glücksspiele und Glücksspielprobleme

Ein Angebot der AG Spielsucht der Charité Berlin

Web: www.ag-spielsucht.charite.de

Hilfe für Angehörige

Entlastungsprogramm für Angehörige EfA

Ein Angebot der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern.

Web: www.verspiel-nicht-mein-leben.de

  • Online-Angebot für Angehörige
  • insgesamt sechs Module
  • kostenfrei und anonym
Telefon-Beratung

Telefonische Beratung in deutscher Sprache

Ein Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Tel.: 0800/1372700

  • deutschlandweite Telefonberatung zum Thema Glücksspiel
  • für Betroffene und Angehörige
  • anonym und kostenlos
Fremdsprachige Telefon-Beratung

… in türkischer Sprache

Ein Angebot der Landeskoordinierungsstelle Glücksspielsucht NRW, der BZgA und der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern.
Tel.: 0800-32 64 762 | kostenlos

 

… in russischer Sprache

Ein Angebot der STEP gGmbH.
Tel.: 0511-70 14 664 | kostenlos

Ein Angebot des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V.
Tel.: 0162 – 274 56 12 | kostenlos

 

in polnischer Sprache

Ein Angebot der Caritas im Bistum Osnabrück.
Tel.: 01590 455 60 46 | kostenlos

 

… in arabischer Sprache

Ein Angebot des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin e.V.
Tel.: 0173 – 565 36 22 | kostenlos