Materialdatenbank Glücksspielsucht

Titel

Konsum von Glücksspielen bei Kindern und Jugendlichen. Verbreitung und Prävention

Herausgeber_innen/ Autor_innen
Müller, K.W., Dreier, M., Duven, E., Giralt, S., Beutel, M.E., Wölfling, K.
Jahr
o.J.
Bezug über
Johannes-Gutenberg-Universität Mainz
Format
Fachartikel
Beschreibung

Die vorliegende Studie hatte zum Ziel, Art und Umfang der Teilnahme Jugendlicher an verschiedenen Glücksspielformen zu ermitteln, sowie die Prävalenz für problematisches Glücksspielen zu bestimmen. Daneben sollte die Wirksamkeit des Jugendschutzes und die Effekte von Marketingstrategien und Glücksspielwerbung abgeschätzt werden. Zu diesem Zweck wurde ein Multimethodenansatz konzipiert, welcher die quantitative Erhebung an 5976 Schülerinnen und Schülern des Landes Nordrhein-Westfalen im Alter zwischen 12 und 19 Jahren mit qualitativen und experimentalpsychologischen Forschungsansätzen verband. Die Ergebnisse zeigen, dass 69.2% der befragten Jugendlichen im Laufe ihres Lebens und 43.7% im Verlauf des letzten Jahres an Glücksspielen teilgenommen haben, am häufigsten wurden Kartenspiele, Rubbellose, Würfelspiele und Sportwetten gespielt. Die Prävalenz für problematisches Glücksspielen beträgt 1.7%, weitere 3.5% erweisen sich als gefährdet Nutzende. Unter den problematisch Nutzenden finden sich mehr männliche Betroffene mit höherem Lebensalter und im Vergleich zu unproblematisch Glücksspielnutzenden deutlich erhöhte psychosoziale Belastungswerte. Das Spielen an Automaten sowie die Nutzung internetbasierter Glücksspielangebote erweisen sich als Glücksspielformen, die überzufällig mit einer problematischen Nutzung in Zusammenhang stehen. Weiterhin zeigt sich, dass Jugendliche in hohem Maße Werbung für Glücksspiele ausgesetzt sind und dass dies zu einer Überschätzung der Kontrollierbarkeit des Spielverlaufs durch die Spielenden führen kann.