Materialdatenbank Glücksspielsucht

Titel

Stressverarbeitungsstrategien bei pathologischen Glücksspielern. Auffälligkeiten und Implikationen für die klinische Praxis

Herausgeber_innen/ Autor_innen
Hayer, T. et al.
Jahr
2014
Bezug über
In: Zeitschrift Suchttherapie 2014, 15 (3), 137-144
Format
Fachartikel
Beschreibung

Theoriegeleitete Ansätze aus der Glücksspielforschung legen nahe, dass ein ungünstiger Umgang mit Stress eine wesentliche Risikobedingung für die Entwicklung glücksspielbezogener Probleme darstellt. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich die vorliegende Studie mit der habituellen Stressverarbeitung von pathologischen Glücksspielern. Als Stichprobe dienten N=146 Klienten aus 22 Einrichtungen der ambulanten Suchthilfe, die mithilfe eines standardisierten Fragebogens in differenzierter Weise zu ihrem Bewältigungsverhalten in belastenden Situationen befragt wurden. Die empirischen Befunde deuten zum einen an, dass für die Betroffenen im Vergleich zur Norm insbesondere hohe Ausprägungen im Bereich maladaptiver Coping-Strategien typisch sind. Zum anderen können in Anlehnung an clusteranalytische Betrachtungen 3 Coping-Typen voneinander abgegrenzt werden: Typ 1 mit einem weitgehend unauffälligen Coping-Profil, Typ 2 mit hohen Werten sowohl bei Negativ- als auch bei ausgewählten Positivstrategien sowie Typ 3 mit offenbar fundamentalen Coping-Defiziten. In der Gesamtbetrachtung verweisen die Ergebnisse auf die Notwendigkeit, die Förderung eines konstruktiven Umgangs mit Stress als wesentlichen Baustein bei der Behandlung von pathologischen Glücksspielern zu berücksichtigen, wobei verschiedene Spieler-Typen nach jeweils passgenauen Interventionen verlangen.